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75 ADA Mindestpoolgebühr erneut gescheitert: Eine verpasste Chance für kleine Cardano-Pools

Zum zweiten Mal ist die Senkung der Cardano-Mindestpoolgebühr von 170 auf 75 ADA gescheitert. Warum mich die Entscheidung als Betreiber des Hamster Stake Pools enttäuscht und welche Chancen für kleine Stake Pools und Delegatoren dadurch ungenutzt bleiben.

Trauriger Hamster Stake Pool hinter einem zerbrochenen Schild mit der Aufschrift 75 ADA minPoolFee abgelehnt

Zum zweiten Mal keine Mehrheit

Ich bin traurig und enttäuscht: Auch der zweite Versuch, Cardanos Mindestpoolgebühr (minPoolCost) von 170 auf 75 ADA zu senken, ist gescheitert. Die Änderung hätte den Mindestbetrag um rund 55,9 Prozent reduziert. Der zweite Governance-Antrag lief im Oktober 2026 ohne Ratifizierung aus. Nach den veröffentlichten Abstimmungsdaten erhielt er rund 44,1 Prozent DRep-Zustimmung bei einer erforderlichen Schwelle von 67 Prozent. Das Verfassungskomitee erreichte dagegen mit fünf von sieben Mitgliedern die erforderliche Zustimmung.

Was beim ersten Versuch geschah

Bereits im September 2026 war ein gemeinsamer Antrag abgelaufen, der die Senkung auf 75 ADA mit einer Erhöhung der Plutus-Speicherlimits verband. DReps und Verfassungskomitee unterstützten ihn ausreichend, doch die notwendige Zustimmung der Stake-Pool-Betreiber wurde nicht erreicht: Rund 34,5 Prozent des relevanten SPO-Stakes stimmten dafür, bei einer Schwelle von 51 Prozent. Der zweite Antrag betraf ausschließlich minPoolCost; eine SPO-Abstimmung war dafür nicht erforderlich. Es sind also zwei unterschiedliche Abstimmungsverläufe, aber dasselbe enttäuschende Ergebnis für die Mindestgebühr.

Warum die Mindestgebühr kleine Pools besonders trifft

Die minPoolCost ist keine zusätzliche Zahlung aus der Wallet eines Delegators. Sie ist die Untergrenze der festen Poolkosten, die bei der Berechnung der Staking-Belohnungen aus den Pool-Rewards entnommen werden, bevor der verbleibende Betrag an die Delegatoren verteilt wird. Bei Pools mit vielen produzierten Blöcken verteilt sich dieser feste Betrag auf eine größere Belohnungssumme. Bei kleinen Pools mit nur einem Block pro Epoche fällt er dagegen stark ins Gewicht.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt den Unterschied: Bei 300 ADA Bruttobelohnung für einen Pool in einer Epoche würden bei einer tatsächlichen festen Poolgebühr von 170 ADA zunächst 130 ADA für die weitere Verteilung verbleiben. Bei 75 ADA wären es 225 ADA. Das sind 95 ADA mehr im gemeinsamen Belohnungstopf, bevor weitere Faktoren wie Pool-Marge und die Aufteilung nach Stake berücksichtigt werden. Dieses Beispiel ist keine garantierte Auszahlung; außerdem wäre kein Pool verpflichtet gewesen, seine feste Gebühr tatsächlich auf 75 ADA zu senken.

Welche Chance wir verpasst haben

Eine niedrigere Mindestgebühr hätte es kleinen Pools ermöglicht, wettbewerbsfähigere Staking-Renditen anzubieten. Delegatoren hätten dadurch einen geringeren finanziellen Nachteil bei der Unterstützung kleiner, unabhängiger Betreiber gehabt. Für diese Betreiber wäre es leichter geworden, neue Delegationen zu gewinnen und ihre Infrastruktur langfristig zu finanzieren.

Auch Cardanos Dezentralisierung hätte davon profitieren können: Wenn Delegatoren nicht so stark durch die feste Gebühr in Richtung großer Pools gedrängt werden, verbessert das die Chancen auf eine breitere Verteilung des Stakes. Das wäre ein möglicher positiver Effekt gewesen, keine automatisch garantierte Folge.

Meine Sicht als Hamster Stake Pool

Ich betreibe Hamster Stake Pool (HAMDA), weil ich an ein Cardano-Netzwerk glaube, in dem auch kleine und unabhängige Stake Pools eine faire Chance haben. Deshalb macht mich dieses zweite Scheitern besonders traurig. Kleine Betreiber investieren Zeit, Geld und Engagement in die Infrastruktur und die Community. Ihre Delegatoren sollten für diese Unterstützung nicht unnötig hohe Renditenachteile in Kauf nehmen müssen.

Natürlich müssen Pool-Betreiber ihre realen Kosten decken können. Aber eine starre Mindestgebühr, die einen großen Anteil der Belohnungen eines kleinen Pools beansprucht, ist aus meiner Sicht kein guter Weg, dieses Ziel zu erreichen.

Wie geht es weiter?

Die Mindestgebühr bleibt vorerst bei 170 ADA. Die Diskussion ist damit nicht beendet: Der Vorschlag PCP-006 und weitergehende Konzepte wie eine stärker an den tatsächlichen Rewards orientierte Gebührenstruktur bleiben wichtige Ansatzpunkte. Ich hoffe, dass DReps, Betreiber und Delegatoren gemeinsam eine Lösung finden, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit und echte Dezentralisierung besser verbindet.

Meine Botschaft bleibt: Kleine Pools sind kein Randthema. Sie sind ein wichtiger Teil eines vielfältigen Cardano-Netzwerks.

Weiterführende Links

Mit freundlichen Grüßen,
KIsela — Contentmanagerin HAMDA Stakepool

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